Die Bereitschaft der Armee

Das System der Bereitschaft schafft eine grundlegende Voraussetzung zur Leistungserbringung der gesamten Armee und trägt zur Handlungsfähigkeit des Bundesrates und der Armeeführung bei. Eine permanente und umfassende Lagebeurteilung und Risikoerfassung ist dabei von entscheidender Bedeutung.

ich abzeichnende Gefahren und relevante Bedrohungen müssen frühzeitig erfasst, ausgewertet sowie auf Risiken überprüft werden. Diese Analyse dient als Grundlage dazu, die Bereitschaft rechtzeitig zu erhöhen, vorsorgliche Massnahmen zu erlassen oder auch die Bereitschaft wieder senken zu können. Durch das breite Spektrum an Gefahren und Risiken sowie durch die beschränkt verfügbaren Ressourcen sind eine differenzierte militärische Bereitschaft der Truppe sowie ein System der abgestuften Bereitschaft zwingend. Die Produkte der Bereitschaft sind die Grundbereitschaft und die Einsatzbereitschaft. Die Grundbereitschaft ist vorgabenorientiert. Die Einsatzbereitschaft ist auftragsorientiert und basiert auf einer Operationsplanung.

Die Armee erfüllt permanente Aufgaben und hält sich für weitere Leistungen bereit. Das Leistungsprofil legt fest, innerhalb welcher Zeit und mit welcher Truppenstärke diese Leistungen zu erbringen sind. Das Leistungsprofil unterscheidet zwischen drei Arten von Leistungen:

  • Leistungen, die permanent zu erbringen sind (z B Wahrung der Lufthoheit oder Basisleistungen);
  • Leistungen, die im Rahmen vorhersehbarer Einsätze erbracht werden müssen (z B WEF);
  • Leistungen, die im Rahmen nicht vorhersehbarer Einsätze, d h bei überraschend eintretenden Ereignissen, erbracht werden müssen (z B Katastrophen oder Terrorbedrohung).

 

Elemente der Bereitschaft

Bereitschaft im Kdo Op
Bereitschaft in den Einsatzverbänden
Der Bereitschaftsoffizier

Das Führungsgrundgebiet 5/7 (kurz FGG 5/7) unterstützt die Einsatzplanung und -führung im Kommando Operationen (Kdo Op). Das FGG 5/7 wird durch den Chef Bereitschaft/Ausbildung (J5/7) geführt und hat den Auftrag, in allen Bereichen von Personal (P), Ausbildung (A), Logistik (L) und Führung/Führungsmittel/Führungsinfrastruktur (F) die Bereitschaft der Armee, insbesondere der Einsatzverbände, sicherzustellen. Hauptthemen sind dabei die Grund- und Einsatzbereitschaft der Einsatzverbände.

 

Das FGG 5/7 ist Vorgabestelle der Bereitschaftsauflagen für die Einsatzverbände sowie für die Mobilmachung. Zudem wird vom FGG 5/7 die Koordination der geplanten Übungen bei allen direktunterstellen (DU) Verbänden des Kdo Op wahrgenommen.

Die Bereitschaft ist breit abgestützt in allen Verbänden bis auf Stufe Truppenkörper. Dabei ist grundsätzlich jeweils das Führungsgrundgebiet 5/7 oder Führungsgrundgebiet 3 in der Verantwortung. In diesen Bereichen wird die Einsatzplanung und Führung sichergestellt, insbesondere in den Vorbereitungen von Ausbildungen und Übungen für den Wiederholungskurs aber dann auch in der Führung und Einsatzvorbereitung für einen effektiven Einsatz.

 

Dem Bereitschaftsoffizier kommt in allen Bereichen eine wichtige Rolle zu, da er verantwortlich ist für das Erfassen der Daten zur Sicherstellung der Grund- und Einsatzbereitschaft der unterstellten Formationen. Mit dem Erfassen, der Analyse und schlussendlich auch der Ausarbeitung von Massnahmen zur Verbesserung der Einsatzbereitschaft ist er derjenige, welcher dem Kommandanten die Varianten vorlegt für die Entscheidung über das "Wie weiter".

 

Bei einem Aufgebot ist der Ber Of zusätzlich in der Verantwortung für die Führung und Koordination der Einheiten (Mobilmachung!) bis zum Erreichen der Marschbereitschaft, da in dieser Phase die Kommandanten und Einsatzplaner mit dem nachfolgenden Einsatz gebunden sind.

Dienstabzeichen des Dienstzweiges Bereitschaft. Symbolhaft für ein "b" (Bereitschaft) und "d" (disponibilité).

Link zu LMS Lektion Bereitschaft (mit Passwort)

Begriffe in der Bereitschaft

Die Grundbereitschaft
Die Einsatzbereitschaft
Milizformationen mit hoher Bereischaft (MmhB)
Die Mobilmachung
"Von einem spezifischen Auftrag unabhängiger, dauernd zu erreichender und zu erhaltender Zustand der Armee bezüglich Personal, Ausbildung, Logistik und Führung (PALF)." Mit der Erreichung der Grundbereitschaft ist eine wesentliche Fähigkeit zur Mobilmachung gegeben.

"Befähigung von Formationen und Waffensystemen sowie Tauglichkeit von Material, die zur Erfüllung der zugewiesenen Aufträge (bzw Funktionen) erforderlich sind."

 

Die Einsatzbereitschaft (Ei Ber) ist auf einen bestimmten Auftrag ausgerichtet und basiert auf der Grundbereitschaft. Das Erstellen der Einsatzbereitschaft beinhaltet die Einsatzbezogene Ausbildung (EBA) sowie notwendige Anpassungen im Bereich PALF. Die notwendigen Vorgaben werden durch das Kdo Op mit dem Op Befehl erstellt.

Milizformationen mit hoher Bereitschaft (MmhB) sind «Milizformationen der Armee, die aufgrund besonderer Massnahmen innerhalb von 24 bis 96 Stunden aufgeboten und zur Unterstützung der zivilen Behörden eingesetzt werden können. Sie können auch dazu dienen, die Führung und die Logistik der Armee sicherzustellen.» 

 

MmhB können zur Unterstützung in zivilen Krisensituationen aufgeboten werden, falls schon im Dienst stehende Formationen nicht ausreichen. Sie zeichnen sich insbesondere dadurch aus, dass

 

  • sie personell eine höhere Alimentierung haben;
  • ihr Material reserviert eingelagert wird;
  • sie in ihren Wiederholungskursen das gesamte Aufgabenspektrum trainieren;
  • sie auch ausserhalb der Dienstleistung Bereitschaftsauflagen haben.

 

Angehörige der Armee, welche in einer Milizformation mit hoher Bereitschaft (MmhB) eingeteilt sind, haben entsprechend weitergehende Pflichten, um persönlich einen Beitrag zur Erfüllung der Bereitschaftsauflage zu leisten. Sie haben aber auch Rechte und sind daher durch eine Einteilung in einen MmhB nicht schlechter gestellt als andere.

Aufgebot von Truppen zum Einsatz. Sie umfasst: Aufgebot, Einrücken, Übernahme der Ausrüstung, Erstellen der Führungs- und Funktionsfähigkeit und Organisation der Formation und Grundversorgung im Sanitätsdienst. Je nach vorgesehenem Einsatz werden diese Tätigkeiten durch vorsorgliche Massnahmen ergänzt.

Mit einer Mobilmachung werden Truppen in ausserordentlichen Situationen, ausserhalb ihres normalen (geplanten) Dienstes aufgeboten. Die Angehörigen der Armee (AdA) können mittels elektronischen Mitteln oder mit einem Marschbefehl einberufen werden. Ein ausserordentliches Aufgebot wird durch Medieninformationen unterstützt.

Zum Zeitpunkt eines entsprechenden Aufgebotes erhalten die AdA zusätzliche Informationen entweder bei der kantonalen Militärverwaltung oder beim Personellen der Armee. Die aktuelle Telefonnummer wird fallweise bekanntgegeben.

Rechtliche Grundlagen:

Wie halte ich mich selber bereit?

Angehörigen der Armee (AdA) sind aufgefordert, zu Hause einen Notvorrat an Lebensmitteln und Getränken zu haben. Ebenso wird empfohlen, ein Radio mit Batteriebetrieb in Reserve zu haben. Beim Einrücken sind im Falle einer Mobilmachung Nahrungsmittel für 2 Tage sowie Hygieneartikel für 1 Woche mitzunehmen.

Warum?

Bei einer effektiven Mobilmachung wird unter anderem auch über öffentliche TV und Radiostationen kommuniziert, bei einem Blackout (regionalen oder nationalen Stromausfall) zusätzlich über autonome Sende-Mittel. Zudem kann je nach Situation nicht von Beginn weg garantiert werden, dass die Truppenküchen schon in Betrieb sind und die AdA sich dort beim Einrücken schon verpflegen können.

Warum sich zu Hause vorbereiten?

Quelle: Fernsehsendung Quark (WDR) zum Thema „Blackout“. Dieser Fall muss aber nicht nur bei einem Stromausfall eintreten, sondern kann auch bei einer sonstigen Naturkatastrophe geschehen. Sehen Sie einige Gründe, warum man sich zu Hause vorbereiten soll (Dauer ca 40 Minuten).

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